In XX hat das Chlausen Tradition. 

«Dä Samichlaus mit em Ruprecht und em Schmutzli» besuchen Familien. Ein Besuch dauert zwischen 20 und 30 Minuten und kann ab jeweils 17.00 Uhr gebucht werden.

Bitte Anmeldeformular ausfüllen und die «Chlaussäckli» für die Kinder (Erwachsene) bereitstellen. Am 6. Dezember können Haubesuche, aus organisatorischen Gründen, lediglich in der Gemeinde XX bestellt werden. 

 

«Dä Samichlaus mit em Ruprecht und em Schmutzli» besuchen jeweils am 6. Dezember (tagsüber) die Kindergärten, Schulen und Heime.

Ein Besuch kann auch im Freien gebucht werden.

 

«Dä Samichlaus mit em Ruprecht und em Schmutzli» besuchen Vereine und Firmen auch nach 20.00 Uhr.

Bitte auf dem Anmeldeformular die gewünschte Besuchszeit angeben. Für Vereine und Firmen berechnen wir eine Pauschale von CHF 200.--.

 

Es dauert nicht lange, 1968 ist das Geburtsjahr der Lichtchläuse. Die Form der Lichthüte (Iffelen) wird mit dem Einvernehmen der Chlaus-Gruppe Kaltbrunn gewählt. Es ist eine Annäherung an die verschollene «Iffele» des Woodtli-Chlauses. Diese Lichthüte werden in unzähligen Stunden durch Hans Roos von Hand gefertigt. Die Hülle wird aus festem, extra starken Karton gefertigt. Mit Schnitzwerkzeugen werden die stilvollen Ornamente aus dem Karton ausgestochen. Die ausgestanzten Öffnungen werden dann auf der Innenseite mit farbigem Seidenpapier beklebt. Diese fertigen Vorder- und Hinterseiten werden dann auf einem ovalen Kopfbrett befestigt und mit den Seiten verbunden. Schliesslich wird noch die Halterung für die Kerze montiert.

Der erste Chlauseinzug führt von Herschmettlen durch den Wald zum Altersheim Grüneck. Zwei Lichtchläuse (mit den brennenden Kerzen in der Iffelen) führen den Einzug an. Geld war nicht vorhanden und so werden die Treicheln für die beiden Lichtchläuse ausgeliehen. Danach folgen Samichlaus, Knecht Ruprecht und ein Schmutzli führt das Pony.

1969 kommen dann weitere vier Lichtchläuse dazu. Die neuen Iffele werden in unzähligen Stunden von Hand gefertigt. Alle Sechs zeigen Sujets der Wachtenwappen von Gossau (Herschmettlen: Tabakpfeifen / Grüt: Schilf / Bertschikon: Rosen / Ottikon: schwarzer Otter mit Fisch im Mund und Blick nach rechts / Gossau: Ball und Gemeindewappen von Gossau: roter Otter, Blick nach links mit Ball auf dem Kopf). Hans Roos mietet drei Treicheln im Toggenburg die restlichen drei erhält er leihweise von einem Bauern in Herschmettlen. So kommt es im Grüt zum ersten Chlauseinzug mit Vollbesetzung.

Im Jahr 1970 wird der Wunsch nach eigenen Treicheln immer grösser. Dank einer Haussammlung – mit einem enormen Effort von Hans Roos - der Unterstützung von Privatpersonen, Firmen und der Gemeinde Gossau wird der Betrag von rund CHF 5‘000 für den Erwerb der Treicheln gesammelt. Zwei sorgfältig aufeinander abgestimmte Geläute werden angeschafft. Mit stolz und Würde wird dieses neue Geläut am Chlauseinzug präsentiert.

Ernst Brugger (1914 – 1998) von Gossau wird 1970 Bundesrat und übernimmt das Volkswirtschaftsdepartement. In Bern gibt der neue Bundesrat aus Gossau einen Empfang und wird von den Gossauer Lichtchläusen in voller Montur empfangen. Danach fahren der ganze Tross mit den Lichtchläusen in einem Sonderzug nach Zürich Oerlikon. Im Hotel International (heute Swisshôtel) wird dem Bundesrat ein wunderbarer Empfang gewährt, unter anderm mit einer Darbietung der Lichtchläuse. Ernst Brugger hat schon vor seinem hohen Amt als Bundesrat, die Chlaus-Gruppe Gossau als Sponsor finanziell unterstützt. Anbei ein Auszug aus einem persönlichen Brief vom Bundesrat Ernst Brugger, datiert vom 30. Dezember 1970 an die Adresse von Ernst Seiler:

«Lieber Herr Seiler.

Noch immer freuen wir uns über den für mich unerwarteten Besuch Ihrer Chlaus-Gruppe. Noch heute spricht man im ganzen Quartier davon. Ich möchte Ihnen für diese glanzvolle Idee herzlichen Danken und hoffe, Ihnen bei passender Gelegenheit auch einmal einen Gefallen tun zu können. Ich bitte Sie, meinen Dank auch an die übrigen Mitglieder der Gruppe, besonders auch an Herrn Hans Roos, zu übermitteln. Ihnen und allen Mitgliedern wünschen meine Frau und ich ein gesegnetes neues Jahr, viel Glück und Erfolg für Ihre Chlaus-Gruppe.

Mit freundlichsten Grüsse verbleibe ich

Ihr Ernst Brugger.»

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